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Überwachung und Bilder

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Überwachung und Bilder

In schon fast jeden Lebensbereich eingedrungen, erscheint Videoüberwachung als ein probates Medium sozialer Kontrolle.

War noch in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts Überwachung negativ besetzt, und die Vorstellung überwacht zu werden, glich einer Vision eines Überwachungsstaats wie in George Orwells Roman „1984“, so fand hier ein Paradigmenwechsel statt: Überwachung ist normal geworden, man spricht in diesem Kontext von der Gefahr des Terrors und von Sicherheit.

Am Beispiel des nie verwirklichten Gefängnisplans von Bentham zeigt sich das Muster der panoptischen Kontrolle: Ein Aufseher kann dort in seinem zentral gelegenen Beobachtungsraum die Zellen aller Insassen überwachen, ohne dass er selbst gesehen werden kann, und ohne dass die Gefangenen feststellen können, ob sie gerade beobachtet werden. Diese Sehordnung, -mit Hilfe von CCTV (Circuit Closed Television) schon lange dezentriert anwendbar-, infiltriert heute den öffentlichen und privaten Raum.

Durch die Kamera gewinnt man den Eindruck einer Anwesenheit, man wird gesehen, -umgekehrt sieht man niemand, nur die Kamera,- hier beginnt mein Arbeitsprozess. Die deutlich sichtbar aufgehängte Überwachungskamera evoziert beim Passanten ein Verhalten, das er ohne die Gewissheit beobachtet zu werden, nicht an den Tag gelegt hätte, da er immer so reagiert, wie er glaubt, dass es der Situation angemessen sei. Es entsteht ein Lenkungseffekt, eine Selbstkontrolle oder Disziplin. Von einer Art Disziplin könnte man auch beim Entstehungsprozess meiner Bilder sprechen, es wird nur wenig dem Zufall überlassen. Die Sujets eigne ich mir durch Fotos von verschiedensten Überwachungskameras an.

Mein Focus liegt auf der Ästhetik dieser Geräte, deren Gehäuse nur sichtbar ist und ihr technisches Innenleben verborgen bleibt. Man nimmt die Kamera wahr, wendet aber den Blick ab, wie man auch die Gegenwart des unsichtbaren Auges aus dem Bewusstsein wendet. Irgendwo auf diesem Weg fange ich das Auge ein und lasse es auf der Oberfläche der Leinwand wieder erscheinen.

Im letzten Bild schwebt das Panopticon omnipräsent am Himmel, als Sinnbild dieser dezentralen Sehordnung. Durch die Goldfarbe wird der von Jeremy Bentham 1791 entworfene Grund und -Aufriss des Gefängnisbaus noch überhöht.

Christoph Srb - Kamera 10 Christoph Srb - Kamera 11 Christoph Srb - Kamera 12